Documenting Teresa Carreño

Saal der Singakademie (February 3, 1896)

Description

Carreño performed with the Berlin Philharmonic under conductor Arthur Nikisch. She performed Piano Concerto, no. 5, E-flat minor, op. 73 (Beethoven, Ludwig van), Ungarische Fantasie fur Klavier mit Orchester (1852) (Liszt, Franz). The concert began at 7:30 pm. She performed on a Bechstein piano.

Source

Review: The Musical Standard, 8 February 1896, 91.

Review: Neue Berliner Musikzeitung 50, no. 6, 6 February 1896, 54.

Concert Program: D-Bpa

Contributor

Kijas, Anna

Transcription

The Musical Standard, February 8, 1896.

The seventh Philharmonic "Nikisch Concert" took place on the 3rd inst, when Frau Carreno played Beethoven's fifth Piano Concerto in E flat major. It is a coincidence that her lately divorced husband, Eugen d'Albert, should make his re-appearance in London with the same work. Berlioz's "Harold" Symphony and Smetana's overture to the "Sold Bride" were down for performance. Mr. Lamond, the well known Scotch pianist, is announced to play at the next (eighth) Philharmonic Concert.—Our Correspondent.

Neue Berliner Musikzeitung 50, no. 6, February 6, 1896.

Am Montag verscharrte der Totengräber Herr Kapellmeister Arth. Nikisch in der Philharmonie das VII. Nach-Bülow-Konzert. Eigentlich muss es Carreno-Konzert genannt werden; denn Frau Carreno hatte das Publikum herbeigezogen und ihr galt das Interesse der männlichen und weiblichen anwesenden Fin (Zipfel) -de-siècles (Ekels). Die musikalisch weder sehr bedeutsame, noch anspriehende [?] Harold-Sinfonie von Berlioz hätte kaum den Saal zu füllen vermocht, obwohl Prof. Ritter auf der von ihm selbst konstruirten Viola alta mit Celloton das lange Solo übernommen hatte. Die Ouvertüre zum "Fliegenden Holländer" hört man lieber von Siegfried Wagner als von Nikisch dirigirt. Die famose Ouvertüre zu Smetana's "Verkanfte Braut" wurde abgefegt, sodass man von lauter Geschwirr und Gewirr nicht zur musikalischen Besinuung kommen konnte. Das sollte wahrscheinlich eine Virtuosenleistung sein. Man wähle doch aber hierfür in Zukunft weniger gute Stucke als gerade dieses feine Klanggewebe!

Mit mathematischer Gewissheit war darauf zu rechnen, dass die Konzertagentur gleich nach d'Albert's Wiederauftreten Frau Carreno in einem solchen Konzert aufspielen werde, und mit eben solcher mathematischen Gewissheit war vorauszusehen, dass Frau Carreno sich mit Freuden dazu hergeben würde. Ein hochedles Musterpaar, dieses geschiedene Ehepaar d'Albert! Frau Carreno erschien ganz in Gelb, der Farbe des Neides, und spielte: Beethoven's Es-dur Konzert und Ungar, Fantasie von Liszt, alte gute bewährte Sachen, die sie schon vor 30 Jahren answendig gekonnt haben mag. [new para] Wir hörten von ihr nur das Es-dur-Konzert. Es gelang ihr nicht, den jungfräulich keuschen Zauber zu lösen, den der Zaubrer Beethoven in dieses Tonwerk hineingebannt hat. Drei Männer zu verlieren, ist ja auch keine Kleinigkeit und nagt am Gemüt.

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“Saal der Singakademie (February 3, 1896),” Documenting Teresa Carreño, accessed September 25, 2021, https://documentingcarreno.org/items/show/298.

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