Documenting Teresa Carreño

Saal der Singakademie (November 30, 1889)

Description

Carreño gave a piano solo performance in her second appearance at the Saal der Singakademie. She performed Piano Sonata F-moll (appassionata) op. 57 (1806) (Beethoven, Ludwig van), Präludium Des-dur, Nocturne Des-dur, Etude Ges-dur, Ballade As-dur (Chopin, Fryderyk), Romanze (Tchaikovsky, Pyotr Il'yich), Campanella Gis-moll (Paganini-Liszt), Barcarolle, Valse caprice (Rubinstein, Anton), Impromptu (Schubert, Franz), Soirée de Vienne (Schubert-Liszt), and Rhapsodie Hongroise, no. 6 (Liszt, Franz). She performed on a Bechstein piano. The concert began at 7:30 pm. Tickets were priced at 5, 3, and 2 Marks.

Source

Announcement: Neue Berliner Musikzeitung 43, no. 48, 28 November 1889, 396.

Review
: Berliner Tageblatt, 2 December 1889, 1. 

Review: Neue Berliner Musikzeitung 43, no. 49, 5 December 1889, 403.

Concert Program: US-POtc: folder 14.11, Concert Programs

Contributor

Kijas, Anna

Transcription

Neue Berliner Musikzeitung 43 no. 49, December 5, 1889.

Frau Teresa Carreño spielte in ihrem zweiten Concert Beethoven's Appassionata und kleinere Stücke von Chopin, Tschaikowski, Liszt, Rubinstein, Schubert und Gottschalk. Frau Carreño ist eine hochinteressante Erscheinung, die, ohne freilich den Anspruch erheben zu können, ihre ungewöhnliche Begabung durch eine wahrhaft gelänterte Kunstanschauung und Kunstübung zu vollendeter Harmonie entwickelt zu haben, — durch das Ungestüm ihres Temperaments und durch ein zwar einseitiges, aber trotzdem ganz eminentes Können den Hörer willenlos mit sich fortreisst. Diesmal hat Frau Carreño allerdings ihrem Temperament gelegentlich die Zügel zu sehr schiessen lassen; die Masslosigkeiten in Rubinstein's Valse-Caprice, zum Teil auch in Liszt's sechster Rhapsodie, werden wenigstens bei uns kaum auf Zustimmung rechnen dürfen. Auch sonst ist Frau Carreño gewissen Uebertreibungen nicht abhold, wie z. B. in dem endlosen (allerdings brillant ausgerführten) Triller in Liszt's Campanella; aber andererseits erfreut und erfrischt dieser über das Klavier brausende Sturmwind, und die colassale, durch gar keine Ermüdung beeinflusste Fingerfertigkeit flösst wahrhaftig die höchste Achtung ein. Die Hörer waren von den Vorträgen häufig wie electrisiert, und electrischer Art ist auch die ganze Vortragsweise gewesen.

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1889_11_30Berlin.pdf

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Citation

“Saal der Singakademie (November 30, 1889),” Documenting Teresa Carreño, accessed June 21, 2024, https://documentingcarreno.org/items/show/288.

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